„Gangs of America“ von Ted Nace – Der Aufstieg der Firmenmacht und die Auflösung der Demokratie

Das ist ein Buch, das die Aktualität täglich aufs Neue beweist. Gerade die fragwürdigen staatlichen Corona-Maßnahmen, die als Etiketten „Gesundheitsbesorgnis“ und „Rettungsmaßnahmen“ tragen, offenbaren, dass es nie um die Gesundheit der Bevölkerung geht, sondern um die Verwirklichung von Firmen- und Bankeninteressen. Denn diese Maßnahmen entsprechen weder dem „Verhältnismäßigkeitsprinzip“ noch dem „Vollmachtsprinzip aus öffentlicher Legitimationsübertragung“.

Konzerne sind die dominierende Kraft im modernen Leben und übertreffen selbst Kirche und Staat. Die größten sind reicher als ganze Nationen, und die Gerichte haben diesen Körperschaften mehr Rechte als den Menschen gegeben. Vielen Amerikanern scheint die Macht der Konzerne außer Kontrolle geraten zu sein. Laut einer im September 2000 veröffentlichten Umfrage von Business Week/Harris stimmten 82 Prozent der Befragten zu, dass „die Wirtschaft zu viel Macht über zu viele Aspekte unseres Lebens hat“. Und die jüngsten Enthüllungen von Unternehmensskandalen und politischem Einfluss haben diese Bedenken noch verstärkt.

Woher kam diese mächtige Institution? Wie hat sie so viel Macht bekommen? Durch Gangs of America: The Rise of Corporate Power and the Disabling of Democracy“ geht der Autor Ted Nace den Wurzeln der Macht der Konzerne auf den Grund und findet an überraschenden Stellen Antworten.

Eine Schlüsselerkenntnis des Buches ist die Vorsicht der Gründerväter gegenüber Konzernen. Diese Vorsicht war geprägt von zügellosen Missbräuchen seitens britischer Konzerne wie der Virginia Company, deren Misshandlung Tausende von Frauen und Kindern auf Tabakplantagen mit Zwangsarbeit tötete, und der East India Company, deren Versuch, amerikanische Rohstoffe zu monopolisieren, zu der von Händlern angeführten Rebellion führte, die als Boston Tea Party bekannt ist.

Aufgrund solcher Haltungen taucht das Wort Corporation in der Verfassung der Vereinigten Staaten nicht ein einziges Mal auf. Auf dem Verfassungskonvent wurden alle Vorschläge zur Aufnahme von Körperschaften in dieses Dokument von den Delegierten abgelehnt. Korporationsanwälte bemühten sich beharrlich um Rechtsschutz für ihre Mandanten durch mitfühlende Gerichtsurteile, aber bis zum Bürgerkrieg scheiterten solche Versuche weitgehend.

Nach dem Bürgerkrieg wendete sich das Blatt schnell, als Lobbyisten wichtige Änderungen im Gesellschaftsrecht durchsetzten und die Unternehmensanwälte eine Reihe von Entscheidungen eines zunehmend unternehmensfreundlichen Obersten Gerichtshofs gewannen.
Nace erzählt von den Schlüsselfiguren, die die „corporate bill of rights“ entwickelt haben, insbesondere von zwei brillanten Strategen: Eisenbahnbaron Tom Scott und Richter am Obersten Gerichtshof Stephen Field. Das Buch untersucht eingehend die bizarren Intrigen, die zu dem berüchtigten „Unternehmen sind Personen“-Urteil von 1886 führten, und wie sich dieses Urteil auf die spätere Entwicklung der Doktrin des Obersten Gerichtshofs auswirkte.

Nace zeichnet das Wachstum der Macht der Konzerne durch das Goldene Zeitalter nach, einschließlich der blutigen Unterdrückung der organisierten Arbeiterschaft und des Aufstiegs des sozialdarwinistischen Denkens unter den amerikanischen Eliten. Er schildert, wie diese Expansion unter dem New Deal zum Stillstand kam, als die organisierten Arbeiter rechtlichen Schutz erhielten, der Sozialdarwinismus in Verruf geriet und Franklin Roosevelt eine Vision der amerikanischen Gesellschaft durchsetzte, die der Macht der Konzerne demokratische Grenzen setzte. Vielen Beobachtern schien es, als sei der korporative Frankenstein endlich durch „Gegenmacht“ gezähmt worden.

Laut Nace wurde diese optimistische Sichtweise in den letzten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts zunichte gemacht, als das Big Business ein bemerkenswertes Comeback erlebte. Das unternehmenspolitische Wiederaufleben begann mit einem 1971 von Lewis Powell, Jr. verfassten Memorandum, kurz bevor Powell von Richard Nixon an den Obersten Gerichtshof berufen wurde. In dem Memorandum drängte Powell die amerikanischen Unternehmen dazu, ihre gesamten organisatorischen und strategischen Ressourcen für die Politik einzusetzen, eine Vorgehensweise, die sich als sehr erfolgreich erwies.

Gangs of America beschreibt die Ausweitung der rechtlichen Befugnisse der Konzerne auf die globale Bühne durch internationale Abkommen wie das Nordamerikanische Freihandelsabkommen, das die rechtlichen Befugnisse der Konzerne auf die Ebene souveräner Nationen hebt. Besonderes Augenmerk richtet das Buch auf die jüngsten Ereignisse, darunter die Reform der Wahlkampffinanzierung, die Finanzskandale von 2002 und die wachsende Bewegung zur Neudefinition des Unternehmens und zur Begrenzung der Macht der Konzerne.

Ted Nace arbeitete als Forscher über die Politik der Stromversorgungsunternehmen für den Environmental Defense Fund und als Personaldirektor des Dakota Resource Council, einer Basisgruppe, die sich für den Schutz von Farmen und Ranches vor Tagebau und anderen Energieprojekten einsetzt. Im Jahr 1985 gründete er Peachpit Press, den weltweit führenden Verlag für Bücher über Computergrafik und Desktop-Publishing. Nachdem er Peachpit Press an das britische Verlagskonglomerat Pearson verkauft hatte, fühlte sich Nace dazu gedrängt, die historischen Wurzeln der politischen Macht der Konzerne zu verstehen. „Gangs of America“, das Ergebnis dieser Suche, zeichnet sich durch die engagierte, persönliche und komplexe Stimme eines Schriftstellers, eines Geschäftsmannes und eines Aktivisten aus.

„In dem Maße, wie Unternehmen an autonomer institutioneller Macht gewinnen und sich immer mehr von Menschen und Orten entfernen, gehen die Interessen der Menschen und die Interessen der Unternehmen immer mehr auseinander. Es ist fast so, als würden wir von fremden Wesen überfallen, die unseren Planeten kolonisieren, uns zu Leibeigenen degradieren und dann so viele von uns wie möglich ausschließen wollen.“ -David Korten

http://gangsofamerica.com

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